Skifahren in Valais: Leitfaden zu den Skigebieten

Das Gebiet Valais vereint einen Großteil der größten Skigebiete Europas. Zwischen den Viertausendern am Rande des Rhonetals und der durchschnittlichen Höhenlage der Skigebiete, die oft über 1.500 Meter liegt, bietet die Region eine der zuverlässigsten Schneesicherheiten in den Alpen – von Ende November bis manchmal Anfang Mai in den höchsten Lagen. Ich habe im Laufe der Jahreszeiten mehrere dieser Skigebiete erkundet und biete Ihnen hier einen Überblick, damit Sie den Ort auswählen können, der Ihrem Niveau und Ihren Vorlieben am besten entspricht.

Zermatt: Der Mythos des Matterhorns

Man kann unmöglich über Skifahren in Valais sprechen, ohne mit Zermatt zu beginnen. Das Skigebiet, das auf der italienischen Seite mit Cervinia verbunden ist, erreicht eine Höhe von über 3.800 Metern und ermöglicht dank des Théodule-Gletschers fast das ganze Jahr über Skifahren. Die Silhouette des Matterhorns, die jede Piste überragt, verleiht dem Ort eine in den Alpen unübertroffene visuelle Identität. Es handelt sich um ein riesiges Skigebiet mit mehr als 350 Pistenkilometern, wenn man den italienischen Teil mitzählt, und einer großen Bandbreite an Schwierigkeitsgraden – von familienfreundlichen blauen Pisten bis hin zu anspruchsvollen Off-Piste-Routen unterhalb des Kleinen Matterhorns. Das Dorf, in dem ebenfalls keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor fahren, bewahrt trotz seines Status als internationales Reiseziel seinen authentischen alpinen Charme.

Verbier: die Referenz im Freeride

Auf der anderen Seite des Kantons, in den Berner Alpen im Wallis, gehört Verbier zu den „4 Vallées“, einem der größten zusammenhängenden Skigebiete der Schweiz mit über 400 Pistenkilometern. Der Ferienort hat sich weltweit einen Namen im Freeride gemacht, getragen von der Xtreme Verbier, einer historischen Etappe der Freeride World Tour am Hang des Bec des Rosses. Hier findet man ein außergewöhnliches Off-Piste-Gelände, aber auch lange präparierte Pisten für Skifahrer, die lieber auf den markierten Strecken bleiben. Die Atmosphäre des Skigebiets, die festlicher und internationaler ist als im Walliser Durchschnitt, zieht ein junges und sportliches Publikum an, ohne dabei Familien auszuschließen, die in den sanfteren Bereichen des Skigebiets auf ihre Kosten kommen.

Crans-Montana: das sonnige Skigebiet auf dem Hochplateau

Crans-Montana liegt auf einem nach Süden ausgerichteten Plateau oberhalb des Rhonetals und profitiert von einer für einen Alpenort bemerkenswerten Sonneneinstrahlung. Das Skigebiet, das mit rund 140 Pistenkilometern etwas kleiner ist als Zermatt oder Verbier, spricht dank der insgesamt sanfteren Hänge und des freien Ausblicks auf die gesamte Walliser Alpenkette – bei klarem Wetter bis zum Mont Blanc – besonders Familien und fortgeschrittene Skifahrer an. Der Ort ist zudem regelmäßig Austragungsort von Etappen des Alpinen Ski-Weltcups der Frauen – ein Beweis dafür, dass die Qualität der Pisten den größten Namen des Kantons in nichts nachsteht.

Saas-Fee: die autofreie Perle

Im Nachbar-Tal von Zermatt bietet Saas-Fee ein ganz anderes Skierlebnis: ein kompakteres Skigebiet, das auf über 3.600 Metern Höhe auf dem Feegletscher gipfelt und von dreizehn Viertausendern umgeben ist. Dank der Höhenlage ist die Schneesicherheit dort fast die gesamte Saison über gewährleistet, und das Dorf, das vollständig für den motorisierten Verkehr gesperrt ist, bietet im Vergleich zu den großen Skigebieten eine besonders ruhige Atmosphäre. Ich schätze dieses Reiseziel wegen seiner eher intimen Atmosphäre mit überwiegend blauen und roten Pisten, die für Familien und fortgeschrittene Skifahrer geeignet sind, sowie wegen eines in den Alpen eher seltenen Sommerskigebiets. Um alles über das Dorf und das Reiseziel zu erfahren, habe ich alle Informationen in unserem umfassenden Reiseführer zu Saas-Fee zusammengestellt.

Anzère und die anderen überschaubaren Skigebiete

Das Valais lässt sich nicht allein auf seine „Riesen“ reduzieren. Kleinere Skigebiete wie Anzère, auf der gegenüberliegenden Seite von Crans-Montana, bieten familienfreundliches Skifahren, das kostengünstiger und weniger überlaufen ist, mit attraktiven Skipässen und einer bewahrten dörflichen Atmosphäre. Das gleiche Konzept findet sich auch in Skigebieten wie Nendaz, Veysonnaz oder Thyon, die ebenso wie Verbier zum weitläufigen Skigebiet „Les 4 Vallées“ gehören, jedoch einen wesentlich ruhigeren Zugang und eine entspanntere Atmosphäre bieten. Für Familien, die gerade erst anfangen, oder für einen Urlaub mit knapperem Budget sind diese überschaubaren Skigebiete nach wie vor eine hervorragende Option, oft mit weniger überfüllten Liftanlagen zu den Stoßzeiten.

Die Wahl des Skigebiets je nach Können

Für Anfänger und Familien mit kleinen Kindern empfehle ich in der Regel Anzère, Crans-Montana oder die sanften Bereiche von Saas-Fee: breite Pisten, sanft ansteigende Hänge, gut organisierte Skischulen. Fortgeschrittene Skifahrer finden in fast allen genannten Skigebieten Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln, wobei Crans-Montana oder die 4 Vallées aufgrund der Vielfalt an roten Pisten besonders zu empfehlen sind. Erfahrene Skifahrer und Off-Piste-Fans werden sich natürlich für Verbier zum Freeriden oder für Zermatt wegen der Größe des Skigebiets und der Höhenlage entscheiden, die es ermöglicht, einen Großteil des Jahres auf dem Gletscher Ski zu fahren.

Wann sollte man in Valais Ski fahren?

Die Saison erstreckt sich in den meisten Skigebieten in der Regel von Ende November bis Ende April, wobei Gletscherbereiche (Zermatt, Saas-Fee) das Skifahren auch während eines Teils des Sommers ermöglichen. Die Monate Januar und Februar bieten den besten Kompromiss zwischen Schneequalität und moderatem Andrang unter der Woche, während in den Schulferien im Februar und an den Wochenenden im März und April der Andrang in den bekanntesten Skigebieten deutlich zunimmt. Was das Licht und die Schneeverhältnisse im Frühling angeht, sind Ende März und der April nach wie vor eine unterschätzte Reisezeit, mit länger werdenden Tagen und oft hervorragendem Schnee in den Höhenlagen.

Ausrüstung und Vorbereitung

Alle großen Walliser Skigebiete verfügen über eine große Auswahl an Verleihgeschäften, sodass man seine eigene Ausrüstung nicht von zu Hause mitbringen muss. Für hochgelegene Skigebiete wie Zermatt oder Saas-Fee empfehle ich, Funktionskleidung mitzunehmen, die den starken Temperaturunterschieden zwischen dem Talboden und den Gipfeln in über 3000 Metern Höhe standhält. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist auf Gletschern unverzichtbar, wo die Sonneneinstrahlung selbst bei bewölktem Himmel sehr stark ist. Für das Skifahren abseits der Pisten sollte man sich grundsätzlich an einen ortskundigen Bergführer wenden, insbesondere in Skigebieten wie Verbier, wo das Gelände abseits der markierten Pisten anspruchsvoll und ohne genaue Ortskenntnisse mitunter gefährlich ist.

Mehr als nur Skifahren

Die meisten Walliser Skigebiete bieten heute ein Angebot, das weit über das klassische Alpinski hinausgeht: Skitouren, Schneeschuhwandern, Eislaufbahnen und vor allem zahlreiche Wellnesszentren, um sich nach einem Tag auf der Piste zu erholen. Ich verweise Sie auf unsere Auswahl an Spas und Wellnesseinrichtungen in Valais, um das Vergnügen abseits der Pisten zu verlängern. Und wenn Sie Lust haben, die Region auf andere Weise zu entdecken – zu Fuß –, deckt unser Wanderführer für Valais sowohl Sommerwanderwege als auch winterliche Schneeschuhrouten ab. Einen Überblick über das gesamte Reiseziel, Kanton für Kanton und Tal für Tal, finden Sie in unserem umfassenden Reiseführer für Valais.

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